Mittwoch, 29. Juli 2015

[review] Schau mir in die Augen, Audrey von Sophie Kinsella



Inhalt:
Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...
Quelle: cbj

Meine Meinung:
Ich bin bekennender Kinsella- Fan und war auch sehr gespannt auf ein Jugendbuch aus ihrer Feder.
Audrey ist eine zynische, unterhaltsame Protagonistin die zusammen mit ihrer irren Familie im Mittelpunkt des Geschehens steht. Audrey selbst kämpft mit einer Krankheit, die dazu führt, dass sie soziale Kontakte nur schwer möglich machen. Sie schirmt sich mit einer Sonnenbrille ab und verlässt das Haus so gut wie nie. Linus, ein Freund von ihrem Bruder Frank, scheint etwas an sich zu haben, was Audrey so sehr interessiert, dass sie den Kontakt nach und nach zulässt.
Audrey beschreibt ihre Familie schonungslos und humorvoll- sarkastisch. Ihre Mutter ist übermotiviert und teilweise durchgedreht, ihr Bruder Frank spielt am liebsten Computerspiele ( was die Mutter zum Anlass nimmt ihm eine Computerspielsucht ans Bein zu binden) und ihr Vater und jüngerer Brüder sind zum größten Teil Durchschnitt.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt leicht und beschwingt. Das Buch besitzt viel Humor, lässt aber auch den nötigen Ernst nicht vermissen und ich habe es sehr schnell lesen können.
Durch die Perspektive durch Audreys Augen bekommt man natürlich recht schnell einen Bezug zu dieser Figur, die ist auch nötig, um den Ernst der Lage zu erkennen.

Insgesamt hat mir der Roman wirklich gut gefallen, aber ich finde es schade, dass Kinsella eine wichtige Frage offen gelassen hat und ich etwas unzufrieden zurück blieb. Immer wieder gab es Anspielungen darauf, was Audreys Krankheit ausgelöst hat, aber eine umfassende Aufklärung fehlt und ich habe wirklich bis zur letzten Seite darauf gehofft, von diesem Vorfall zu lesen.

Wertung:
8 von 10 Punkten

Sonntag, 24. Mai 2015

[review] Mein Ex, seine Familie, die Wildnis und ich von Shannon Stacey



Inhalt:
Entweder ein Exklusivinterview mit Joe Kowalski oder...Den Rest kann Keri sich denken. Ihre steile Karriere beim angesagten "Spotlight Magazine" würde in einer rasanten Talfahrt enden. Da scheint Joe das kleinere Übel zu sein. Auch wenn es ihr schwerfällt, ausgerechnet ihren Ex-Lover - mittlerweile ein berühmter Autor - um ein Interview zu bitten. Überraschenderweise ist Joe, der sonst Presserummel meidet wie die Pest, nicht abgeneigt. Er stellt jedoch recht eigenwillige Bedingungen: Nur wenn Keri mit ihm zum Campen fährt, beantwortet er ihre Fragen. Gummistiefel, Mückenspray und einen Bikini soll sie in den Koffer packen - aber bloß kein Handy. Und Keri fragt sich: Will er sie etwa halbnackt und wehrlos in der Wildnis?
Quelle: Mira

Meine Meinung:
Ein liebenswerter chaotischer Haufen- das ist die Familie Kowalski. Um ihre Karriere zu retten muss Keri mit genau dieser Familie einen Abenteuerurlaub verbringen um an ein Interview mit dem erfolgreichen Autor Joe Kowalski zu gelangen. Vor einigen Jahren waren Joe und Keri ein Paar und zu allem Überfluss spürt sie diese Anziehung noch heute. Auch Joe spürt sich zu seiner Exfreundin hingezogen und setzt alles daran, sie aus ihrer Reserve zu locken…

Ein wirklich amüsantes Buch mit einer interessanten Familie und zahlreichen kleinen Nebengeschichten, die absolut Lust darauf machen, mehr von dieser Familie zu erfahren.
Die Autorin schreibt sehr kurzweilig, humorvoll und beschwingt. Sie stattet ihre Figuren mit erstklassigen Dialogen aus und lässt sie „lebendig“ werden.
Die Figuren in diesem Buch sind sehr abwechslungsreich und bieten für jeden Geschmack etwas. Da gibt es neben den Hauptfiguren z.B. die etwas frustrierte Mehrfachmutter, einen sehr charmanten Sportsbarbesitzer und eine Mutter eines Teens, die von der Liebe gerade gar nichts mehr wissen möchte.
Joe ist ein sehr bodenständiger Mann der mit seinem Ruhm nicht hausieren geht. Er hält sich in der Öffentlichkeit sehr zurück und gibt damit noch mehr Anlass zu Spekulationen. Nachdem er von Keri verlassen wurde stürzte er in ein tiefes Loch und kam nur mit Mühe wieder heraus.
Keri wirkt auf den ersten Blick wie eine typische Karrierefrau, die ansonsten nicht sehr viel Profil mitbringt. Am Ende zeigt sie aber, was in ihr steckt und aus welchem Holz sie geschnitzt wurde.

Ich hatte sehr viel Spaß mit diesem Roman und freue mich schon sehr auf die Fortsetzungen dieser Reihe.

Wertung:
9 von 10 Punkten

Mittwoch, 20. Mai 2015

[review] Liebe auf den zweiten Blick von Lynsay Sands




Inhalt:
MANCHMAL STOLPERT MAN ÜBER DIE LIEBE …Ohne Brille ist Clarissa Crambray so gut wie blind. Ihre Stiefmutter verbietet ihr jedoch, eine zu tragen, aus Angst, sie könnte sonst keinen Ehemann finden. Aber diese Strategie geht gehörig nach hinten los, denn durch ihre Tollpatschigkeit schlägt Clarissa die Männer reihenweise in die Flucht. Nur der Draufgänger Adrian Montfort, Earl of Mowbray, scheint sich daran nicht zu stören ...„
Quelle: LYX

Meine Meinung:
Das ist die Sands, die ich liebe! Von ihren Vampirromanen bin ich irgendwann einfach abgekommen, da ich mich auf längere Sicht nicht mit ihren Schoßhund-Vampiren anfreunden konnte, aber ihre historischen Liebesromane sind ganz nach meinem Geschmack und begeistern mich immer wieder aufs Neue.
In dieser Geschichte trifft die halb blinde Clarissa auf den vernarbten Earl Adrian Montfort und beide sind plötzlich froh, dass Clarissa keine Brille hat. Sie befürchtet, er wäre nicht länger in sie verliebt, wenn er sie mit ihrer Brille im Gesicht sähe und er hat Angst vor ihrer Reaktion, wenn sie sieht, dass er kein perfektes Gesicht hat. Dennoch ist es Clarissa völlig verhasst wie ein Maulwurf durch die Gegend zu stolpern und ist böse auf ihre Stiefmutter, die ihre Brille zerbrach und ihr einzureden versucht, sie sähe mit Brille völlig unmöglich aus.
Besonders gut hat mir gefallen, dass den Liebenden schon sehr schnell klar wird, dass sie zusammen sein wollen und es dann auch sind. Es gibt kein ewiges „Rühr mich nicht an“-Spielchen und unterhaltsame Dialoge zwischen dem Paar gibt es dennoch zu Genüge. Sie sind schon längst über beide Ohren verliebt, als die Angst immer größer wird, der andere könnte an Gefühlen verlieren wenn er die ganze Wahrheit erfährt. Diese Situation ist einfach zu köstlich, da es Clarissa völlig egal ist ob Adrian perfekt ist und in den Augen des Earls könnte Clarissa gar nicht bezaubernder sein-egal ob mit oder ohne Brille.
Der Humor ist einfach herrlich, die Dialoge spritzig und die gesamte Geschichte so wunderbar unterhaltsam, dass ich Stunden hätte lesen können. Doch leider war auch dieses Buch irgendwann zu Ende und nun bleibt mir nur noch die Vorfreude auf das nächste Buch der Autorin, das zum Glück nicht lange auf sich warten lässt.

Wertung:
10 von 10 Punkten

Sonntag, 17. Mai 2015

[review] Tödliche Spur von Lisa Jackson




Inhalt:
Weihnachtsabend auf Church Island, einer kleinen Insel vor der Küste Washingtons. Ein kleiner Junge verschwindet spurlos. Da er zuletzt am Bootsanleger gesehen wurde, wird ein tragischer Unfall vermutet. Nur seine Mutter Ava will das nicht glauben, sie erleidet einen Zusammenbruch und wird in die Psychiatrie eingewiesen. Zwei Jahre später darf Ava nach Hause – und fühlt sich dort seltsam fremd. Sie beschließt, sich auf die Suche nach Spuren zu begeben. Niemals hat sie an die Geschichte des tragischen Unfalls geglaubt, die man ihr immer über das Verschwinden ihres Sohnes erzählt hat. Auf ihrer Suche gerät sie in ein bizarres Netz aus Lügen und Intrigen, Rache und Hass.
Quelle: Knaur

Meine Meinung:
Lisa Jackson wie sie leibt und lebt? Nein! Lisa Jackson überrascht mit "Tödliche Spur" indem sie ihre Geschichte anders erzählt als gewohnt. Sehr zu meinen Bedauern gibt es weniger Todesopfer, weniger Thriller, weniger Jackson- Horror- aber dafür eine langsam steigende Spannung, die mich nach einem etwas holprigen Start, schließlich hatte ich mir zu Beginn noch einen typischen Jackson erhofft, doch in ihren Bann ziehen konnte.
Jackson lässt die blutigen Messer im Schrank (trotzdem ein bisschen schade) und spielt mit ihren Lesern indem sie eine gruselige Atmosphäre schafft, die einen ganz kribbelig werden lässt beim lesen. Ein wenig musste ich an die alten Schwarz-Weiß- Gruselfilme denken, die mich als Kind erzittern ließen, heute jedoch ein müdes Gähnen bei mir hervorrufen. Das müde Gähnen hatte ich bei Jackson jedoch zum Glück nicht- oder nur sehr kurz.
Als Leserin leidet man mit Ava mit und fragt sich, was ihrem Kind geschehen ist, wer will ihr solch bösen Dinge antun, wer steckt dahinter? Zudem macht man ihr das Leben nicht gerade leichter indem sie als verrückt abgestempelt wird und kaum Unterstützung erfährt.

Als Liebesromanfan kommt man nicht wirklich auf seine Kosten, die kleine Liebesgeschichte ist nur ein Randereignis und wiegt in meinen Augen nicht sehr schwer. Eigentlich schade, denn Lisa Jacksons Verknüpfungen ihrer Thriller mit einer gehörigen Portion Romantik sind für mich immer ein Highlight in ihren Büchern.

Obwohl die Autorin ihren gewohnt eingängigen und flüssigen Schreibstil in die Waagschale wirft, gibt es ein paar wenige Längen im Buch, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen. Auch wenn ich das nicht gerade oft sage, bei dieser Autorin schon gar nicht, ein paar weniger Seiten hätten dem Buch nicht geschadet.

Die Geschichte ist lohnenswert, man sollte nur keinen typischen Lisa Jackson-Thriller erwarten und offen für etwas Neues sein um dieses Buch mit all seinen Facetten, dem leichten Grusel und den Angstbildern im eigenen Kopf genießen zu können.

Wertung:
7 von 10 Punken

Dienstag, 12. Mai 2015

[review] [Lieblingsbuch] Pflicht und Gefühl, Grace Burrowes



Inhalt:
Sie sorgt für sein leibliches Wohl – nur eins verwehrt sie ihm …Standesgemäß heiraten und den Fortbestand der Familienlinie sichern – Gayle Windham weiß, was von ihm verlangt wird. Doch etwas hält den jungen Earl davon ab, sich zwischen den adligen Töchtern der Stadt zu entscheiden: seine hübsche neue Haushälterin Anna! Sein kühles Haus hat sie in ein warmes Heim verwandelt, sie umsorgt ihn, bezaubert ihn mit ihrem klaren Verstand. Und nachts findet er in ihren Armen den Himmel auf Erden … So wie sie müsste seine Gattin sein! Aber als er Anna einen Antrag macht, sagt sie Nein. Gleich drei Mal! Welches Geheimnis verbirgt sie vor ihm, das ihr – bei aller Liebe – eine gemeinsame Zukunft unmöglich macht?
Quelle: Cora

Meine Meinung:
Eines der schönsten historischen Liebesromane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Grace Burrowes ist für mich eine echte Neuentdeckung und ich hatte sehr viel Spaß mit ihrer heiteren Lektüre um die vermeintlich, aus einfachen Verhältnissen stammende, Haushälterin und dem sehr verliebten Adeligen, der einfach nicht locker lässt um sie für sich zu gewinnen.
Gayle hatte es nicht leicht bei mir, denn zunächst sah ich in ihm nur den hochwohlgeborenen Adeligen ohne Fehl und Tadel, neben der einnehmenden Anna ging er für mich etwas unter. Nach und nach schloss ich ihn aber in mein Herz und bewunderte ihn sehr für seine Hartnäckigkeit.
Anna jedoch eroberte mein Herz im Sturm, ihr kleines Geheimnis machte mich neugierig und ihr ganzer Charakter war sehr nach meinem Geschmack. Sie ist sehr bodenständig, hilfsbereit, liebt die Ihren und hat ein Herz aus Gold. Wenn nötig, besitzt sie auch eine spitze Zunge und weiß sich stets (es sei denn ihre Gefühle fahren Achterbahn) zu helfen.
Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich in den Bann ziehen. Ich liebe ihre humorvollen Dialoge zwischen den Figuren und ihren flotten Schreibstil, der das Buch zu einem wahren Lesegenuss werden lässt.
Ich möchte sehr viel mehr von Grace Burrowes lesen und würde mich diebisch über Nachwuchs freuen!

Wertung:

10 von 10 Punkten

Sonntag, 10. Mai 2015

[Buchgeplauder] Susan Elizabeth Phillips und ich

Liebe Leser,
es gibt sie, die Autoren, die man eigentlich lieben und zum niederknien finden müsste. Sämtlich alle, die einen ähnlichen Lesegeschmack haben, lieben sie und man selbst scheitert immer wieder bei dem Versuch einer dieser vermeintlichen Superbücher zu lesen.

Bei mir ist es die Autorin Susan Elizabeth Phillips, die mich immer und immer wieder an den Rand des Nervenzusammenbruchs Zweifelns an mir selbst bringt. Schon vor Jahren habe ich versucht ein Buch von ihr zu lesen. Wie gut das geklappt hat zeigt, dass ich mich nicht einmal an die Buchtitel erinnern kann. Aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich es mehrfach versucht habe und immer nach etwa 100 Seiten das Buch wegen akuter Langeweile zur Seite gelegt habe.

Im Zuge der Loveletter Convention 2015 wollte ich es unbedingt schaffen ein Buch der Autorin zu lesen bevor ich ihr dort wahrscheinlich begegne. Tja, 50 Seiten weit bin ich gekommen bevor es schon an der Zeit war nach Berlin zu fahren und als mir Susan Elizabeth Phillips dann gegenüber stand, war sie mir so sympathisch, dass ich mich regelrecht darauf freute ihr Buch weiter zu lesen.

Wieder zu Hause schnappte ich mir


und habe es geschafft jämmerliche fantastische 70 Seiten zu lesen bis mich wieder die akute Unlust ergriff.
Ich will diese Bücher mögen, lieben und mit den Augen fressen, aber es klappt einfach nicht. Ich werde nicht aufgeben und in 50 Jahren werde ich bestimmt voller Stolz meine beste Freundin (und großer SEP- Fan) anrufen und laut rufen" Ich habe es geschafft! Ich habe einen SEP gelesen!".

Liebe Leser, ich werde es euch berichten, falls es mir doch noch gelingt (motiviert bin ich noch) "Bleib nicht zum Frühstück" zu beenden!

Euer
Fräulein Leselust

Dienstag, 23. Dezember 2014

[Buchgeplauder] Über Selfpublisher, Preise und Verlagsautoren

Lieber Leser,
ich liebe Bücher, schätze sie und mache mir natürlich oft Gedanken über sie. In letzter Zeit drehen sich meine Gedanken auch um die Entwicklung der Bücherwelt und deshalb möchte ich ein Thema aufgreifen, welches mich stark beschäftigt und mich zeitweise sogar gruseln lässt.

Es gibt sie, die Perlen unter den Selfpublishern, wahrscheinlich hat es nicht umsonst eine Poppy J. Anderson geschafft nun auch bei einem Verlag zu veröffentlichen. Und es gibt noch einige mehr, die wirklich Talent haben. Doch diese Vielzahl an Menschen, denen es Amazon so leicht macht ein Buch zu veröffentlichen, können nicht alle Sternchen am Literaturhimmel sein. Stichproben zeigten mir auch eindeutig, dass hier mehr Ramsch als Qualität zu finden ist. Gut, ich muss das alles nicht lesen, ignorieren würde ich es gerne, aber das geht nicht.
Warum? Weil man diesen Schreibern an jeder Ecke begegnet, sie einen anschreiben ob man nicht eine Rezension über ihr Werk schreiben möchte (und dann patzig sind, wenn man dies ablehnt, aber das ist ein anderes Thema)und sie große Werbung betreiben.

Es ist auch sehr modern, seine Geschichte für umsonst oder 99 Cent anzubieten, damit rutscht man in den Verkaufsrängen schnell nach oben und ist damit auch Werbung.

Ich bin aber schwer genervt von diesen Ramschbüchern und sehe diese Entwicklung gar nicht positiv.
Ein Autor sitzt Stunden über Stunden über seiner Geschichte, macht sich Gedanken, lässt das Baby wachsen und gedeihen...um dann verramscht zu werden? Sind wir hier bei KIK?
Ich rede nicht davon, dass ein Verlag/Autor den Lesern ein Geschenk machen möchte und es hin und wieder ein kostenloses Angebot gibt, sondern von den permanenten Billigpreisen für Ebooks.
Ich könnte mich natürlich auch über die Vielzahl an kostenlosen Lesestoff freuen, aber da ich Bücher mit Qualität und Lektorat bevorzuge, müsste ich bei den Billigbüchern schon einen Glücksgriff landen um ein solches Buch zu finden.

Bücher schreiben bedeutet Arbeit und diese Arbeit sollte auch vernünftig bezahlt werden. Das Jammern über die hohen Preise der Verlagsbücher wird aber immer lauter und ich frage mich, ob das nicht eine Abwärtsspirale ist, die irgendwann dafür sorgen wird, dass immer weniger Autoren vernünftig für ihr Schreiben bezahlt werden und die Qualität leiden wird. Schließlich muss mit den Billigpreisen mitgehalten werden und natürlich folgen dann Abstriche...

Mein Meckern ist sinnlos und wird von den Wenigsten verstanden werden, aber irgendwann muss es mal raus.

Des Weiteren habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich mich als Autor fühlen würde wenn ich jahrelang hart gearbeitet hätte um einen Verlag zu finden der meinen Schatz veröffentlicht, immer wieder an mir als Autorin arbeiten müsste und plötzlich ist es so einfach sich Autorin zu nennen? Erlernt man diesen Beruf nicht auch? Durch viel Übung, Fleiß und Tränen? Tut mir leid, Selfpublisher (jene ausgenommen die schon Verlagsautoren waren und durch die harte Schule gegangen sind und auch solche, deren Bücher trotzdem ein Lektorat durchlaufen) werden für mich immer Hobbyschreiber sein. Das muss man nicht verstehen, aber wenn ich mir vorstelle, wie das in meinem Beruf aussähe...Ich bin Pädagogin und der Gedanke, da käme eine nette Dame, die ein Kind bekommen hat und Kinder ganz toll findet und nun denkt, sie hätte doch die gleichen Qualifikationen wie ich und könnte sich meinen Berufstitel ebenso unter den Nagel reissen...dann würde ich wohl ganz und gar nicht mehr nett sein ;).

Nicht jeder der einen Stift halten kann, kann auch schreiben!

Liebe Autoren und Perlen unter den Selfpublishern- verkauft euch bitte nicht unter Wert!

Euer
Fräulein Leselust