Freitag, 19. Juli 2013

Linda Lael Miller und das Verhütungsproblem

Liebe Leser,

ich lese Linda Lael Miller wirklich gerne, obwohl ich immer noch finde, dass ihre historischen Liebesromane um die McKettricks, um Welten besser sind als ihre neuen Romane.
Bei Linda Lael Miller geht es in groben Zügen immer darum, dass ein Rancher seine Frau findet. Meistens sind es 3 Bücher, die unmittelbar zusammen gehören, weil die drei Helden miteinander verwandt sind.
Hier mal ein Vertreter seiner Art:



So weit, so töfte ist das Ding. Aber nun kommt das große "Ja, hat die Frau einen Knall?"-Problem für mich:
Die Verhütung!

Malen wir uns mal aus, wir sind Ende 20, leben in einer Kleinstadt und vor einigen Jahren wurde uns das Herz gebrochen. Dieser Schuft kommt nun zurück auf die Ranch seiner Familie und unser kleines Herzchen fängt wieder an zu pochen, nachdem wir auch nur einen Blick auf ihn geworfen haben. Natürlich lassen wir das den Halunken nicht wissen, fahren unsere Krallen aus, wenn er wieder einen Angriff auf unser Herz startet und benehmen uns in keiner Weise so, dass der Kerl annehmen könnte, wir würden ihm wieder aus der Hand fressen. Dieser Zustand hält dann allerdings nur wenige Tage an, denn natürlich betet der Cowboy uns immer noch an und überhaupt, war es nur ein Schlag des Schicksals, dass er uns vor Jahren hat sitzen lassen- mit einer hingekritzelten Nachricht nach einer wilden Nacht. Wir sind immer noch die Frau seines Herzens und er will uns unbedingt zurück. Wir werden also weich und lassen den Mann wieder an unser Herz und an unseren Körper.
Und bei der Sache mit dem Körper, fängt dann mein Problem an. Es ist ja gut und schön, einem Mann zu verzeihen, dass er sich einfach davon gemacht hat, aber muss man dabei wirklich seinen Verstand verlieren und in mir den Eindruck erwecken, die weibliche Hauptfigur sei nicht schlauer als 5 Meter Feldweg? Das Paar schläft nämlich nicht nur miteinander, nein, die führen Matratzentango der allerersten Güte aus-OHNE Kondom. Genau, ohne Kondom, und das wird auch sehr stark betont. Ist es nicht romantisch, wenn zwei Menschen, die sich gerade erst wieder näher kommen, der Ansicht sind, dass es überhaupt gar nicht schlimm ist, wenn sie schwanger werden könnte. Nein, das wäre sogar ein großer Traum, der in Erfüllung gehen würde.
Natürlich, jede halbwegs intelligente Frau würde ohne Verhütung mit einem Kerl in die Kiste springen, der sie sehr stark verletzt hat und die ganzen Jahre als Rodeostar durch das Land zog, mit massenhaft Groupies, die mit Sicherheit keine Extraeinladung brauchten um mit ihm in die Federn/Bretterbude/Autositz zu springen. Das Versprechen, er wolle sie unbedingt heiraten und Kinder wären einfach das Größte, reichen ihr da völlig aus.*in die Tischkante beiss*
Sehr schlau, oder?

Ansonsten sind die Bücher wirklich gut;)

Euer
Fräulein Leselust

Kommentare:

  1. Fällt mir in manchen Büchern auch immer wieder unschön auf. Ich finde als moderner Autor, sollte man diese Verantwortung Verhütung (auch von Krankheiten) in Romanen aufgreifen und sei es nur dezent. Denn auch Jugendliche und junge Menschen lesen diese Bücher und Verhütung kann so mit als fester Bestandteil verankert werden, der keineswegs die Romantik schmälert, sondern dafür sorgt diese und die Lust unbeschwerter genießen zu können. Auch Lektoren sollten mit darauf achten und den Autor ggf. um eine solche Ergänzung bitten.

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    1. Meinetwegen sollte sie das Thema totschweigen, aber sie reitet immer ganz groß darum rum, dass sie jetzt ohne Kondom miteinander in die Kiste springen- als Teichen ihrer großer Liebe *brech*

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  2. Fräulein Leselust, das ist ein ganz großes Problem - leider wohl auch von den Verlagen gefordert, da es tatsächlich Leser gibt, die das so bevorzugen. :(

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    1. Ja, das ist mir bewusst und ich finde das sehr, sehr schade und verantwortungslos :(

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  3. Dass Jugendliche solche Romane auch lesen und dann ggf. unbeschwerter (ggf. verantwortungsvoller) die Liebe genießen, ist in der Tat ein Problem.
    Leider finde ich, dass die Verwendung von Kondomen etc. in Liebensromanen total unromantisch und störend ist...
    Natürlich ist es im wahren Leben dumm und unverantwortlich, auf Verhütungsmittel zu verzichten bzw. sich keinerlei Gedanken darüber zu machen, aber Bücher sollen für mich nicht die Realität darstellen.
    Ich versuche demnach, derartige Bücher zu vermeiden.

    Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich bei L.L. Miller unbesorgt zugreifen kann.
    Demnach: Danke für diesen Bericht!

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    1. Ich finde, dann sollte man am besten einfach gar nichts zum Thema Verhütung sagen. Dieses provokante betonen darüber, dass es bewusst ohne Verhütung passiert, finde ich einfach unverantwortlich.

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  4. Mir ist genau das Thema auch letztens aufgefallen und das in einem New Age Buch. Eigentlich ist es da noch viel krasser gewesen, nicht nur weil dieses Buch (Rush of Love) hauptsächlich von jungen Lesern gelesen wird, sondern weil dort auch noch Coitus Interruptus als sichere Verhütungsmethode propagandiert wird. Erschreckend für eine Jugend- oder New Age - Buch.
    Bei Büchern für Erwachsene kann man wenigstens davon ausgehen, dass die wissen was sie tun und sich ihr eigenes Urteil über das Verhalten der Protagonisten machen.
    LG
    Sunny

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    1. Hallo Sunny,
      wurde das im Buch wenigstens irgendwie als unsichere Methode angesprochen? Das klingt ja schaurig!

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    2. Nein, eben nicht. Coitus Interruptus wurde als normale verhütungsmethode dargestellt und naja beim ersten mal ist es ja sowieso nicht so schlimm, wenn man mal die Kontrolle verliert (also nicht einmal mehr Coitus interruptus hinkriegt)und es völlig ohne Schutz macht. So ähnlich war der Tenor des Buches. Auch wenn es sicher für die Story des zweiten Teiles wichtig war, hätte man es wenigstens kritisch erwähnen sollen oder der Protagonistin Angst vor einer Schwangerschaft oder Geschlechtskrankheit zuschreiben können. Aber nein, im ersten Band wird es einfach gar nicht weiter thematisiert und die beiden Protas machen sich darum auch keinen Kopf. Auch wenn ich grundsätzlich so etwas in einer Story noch akzeptieren kann, dann hätte wenigstens am Ende des Buches dazu eine Erklärung gegeben werden sollen. Vor allem bei einem Jugendbuch oder New Age Buch. Da ich mit minderjährigen Müttern zusammenarbeite finde ich das besonders kritisch.
      Tja und als Bonus passierte das ganze dann in Band 2 erneut, obwohl die beiden dann doch schon kapiert hatten was da so beim Sex alles passieren kann. Sehr kritisch und noch überraschender fand ich, dass ich nur bei einer anderen Bloggerin auch nur ansatzweise den selben Kritikpunkt in ihrer Rezi gelesen habe. Allen anderen scheint es nicht negativ aufgefallen zu sein.

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  5. Naja in dem Buch Rush of Love: Verführt wurde diese Methode keinesfalls als sichere Verhütungsmethode angepriesen.
    Und es wurde auch nicht konkret geäußert, dass das vermeintliche "Verlieren der Kontrolle" nicht so schlimm sei.
    Es wurde lediglich hingenommen.
    Für mich kein Kritikpunkt, da sich junge Menschen, allein durch die Aufklärung ab der 4. Schulklasse ( die in weiteren Schuljahren immer wieder aufgegriffen wird - zumindest in meiner Schulzeit) über die realen Risiken bewusst sein sollten und Roman und Realität auseinander halten können sollten.
    Sogar im Konfirmationsunterricht wird man (richtigerweise) heute schon über Verhütung und Geschlechtskrankheiten aufgeklärt. Es gab bei uns sogar ein Konfirmandenwochenende, bei dem dieses Thema das ganze Wochenende behandelt worden ist und sogar deren Anwendung geübt worden ist (Banane, Kondom).
    Und in der Bravo steht ja auch so einiges und es gibt kaum Jugendliche, die diese Zeitschrift nicht dann und wann schon einmal gelesen haben.
    Wer es dann noch nicht verstanden hat und sich Romanhandlungen zum Vorbild nimmt, dem ist nicht wirklich mehr zu helfen.
    Die Autorin Glines macht einem Leser wenigstens nicht wie andere Autoren die ganze Romantik kaputt.

    Viele Grüße,
    eine anonyme Leserin

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